Projektwoche Nachhaltigkeit

Von Schokolade, Müll-Detektiven und Bienenhotels – Grundschule lebt Nachhaltigkeit

Was haben Schokolade, Plastik, Bienenhotels, Mikroplastik und selbstgemachtes Papier gemeinsam? Richtig – sie alle spielten in unserer diesjährigen Projektwoche rund um das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) eine wichtige Rolle.

Am Montag und Mittwoch der vergangenen Woche verwandelte sich unsere Katholische Grundschule Hachen in eine bunte Ideenwerkstatt. Die Kinder konnten sich ganz nach ihren Interessen für einen Workshop entscheiden und gingen spannenden Fragen auf den Grund: Woher kommt eigentlich Papier? Wie wird aus einer Kakaobohne Schokolade? Was passiert mit unserem Müll? Warum schwimmt Plastik im Meer? Wie weit reist unsere Kleidung, bevor sie in unserem Kleiderschrank landet? Und was bitteschön ist Mikroplastik – und warum steckt es fast überall?

Mit viel Neugier, Kreativität und Forschergeist wurde experimentiert, gebastelt, gebaut, musiziert und diskutiert. Aus Müll entstanden Musikinstrumente, aus alten Materialien wurden neue Schätze gezaubert, Konservendosen verwandelten sich in Bienenhotels und beim Upcycling zeigte sich eindrucksvoll: Manchmal braucht es nur eine gute Idee, damit aus vermeintlichem Abfall etwas richtig Schönes entsteht.

Am Dienstag und Donnerstag beschäftigten sich die Klassen im Klassenverband intensiv mit weiteren Themen der nachhaltigen Entwicklung. Dabei wurde deutlich: Nachhaltigkeit beginnt oft schon im Kleinen – und jede und jeder kann dazu beitragen.

Der große Höhepunkt folgte am Freitag. Stolz präsentierten die Kinder ihre Ergebnisse aus den Workshops. Eltern, Lehrkräfte und Mitschülerinnen und Mitschüler staunten über selbst geschöpftes Papier, das sogar wachsen kann, probierten selbst hergestellte Schokolade und erfuhren Erstaunliches über die Reise unserer Kleidung. Für den einen oder die andere sorgte besonders eine Erkenntnis für große Augen: „Ihhh, so viel Plastik haben Fische im Bauch!“ – und nach kurzem Nachdenken folgte die noch überraschendere Erkenntnis: „…und wir vielleicht auch, wenn wir die Fische essen!“ Nachhaltigkeit kann eben nicht nur Spaß machen, sondern auch zum Nachdenken anregen.

Den krönenden Abschluss bildete am Freitagnachmittag das Musical „Matilda und die Bienen“ von Susanne Köhler (Text) und Alex Risse (Musik). Bereits am Vormittag durften die Schülerinnen und Schüler die Aufführung bewundern, bevor am Nachmittag die Elternschaft begeistert applaudierte. Seit Beginn dieses Schuljahres hatte die Musical-AG unter der Leitung von Ronja Weber und Marie Wiegenstein mit viel Engagement geprobt. Besonders beeindruckend: Bühnenbild, Requisiten und viele Spielszenen entstanden mit viel Kreativität aus Kinderhand. So wurde einmal mehr deutlich, was gemeinsames Arbeiten, Fantasie und Teamgeist bewirken können.

Passend zum Abschluss dieser gelungenen Projektwoche erreichte unsere Schule eine ganz besondere Nachricht: Am 13. November wird unsere Grundschule offiziell als „Schule der Zukunft“ ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigt das kontinuierliche Engagement der gesamten Schulgemeinschaft für Bildung für nachhaltige Entwicklung und bestätigt, dass Nachhaltigkeit bei uns nicht nur Thema einer Projektwoche ist, sondern fester Bestandteil des Schullebens.

Die Projektwoche hat eindrucksvoll gezeigt: Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen – mit offenen Augen, klugen Fragen und vielen engagierten Kindern, die unsere Zukunft aktiv mitgestalten möchten. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten nachhaltigen Projekte!

Eine Woche voller spannender Entdeckungen, kreativer Ideen, nachhaltiger Impulse und glücklicher Kinder ging damit zu Ende. Vielleicht wird nun zu Hause etwas genauer auf Mülltrennung geachtet, eine Konservendose nicht mehr sofort weggeworfen oder beim Schokoladenkauf ein bewussterer Blick auf die Herkunft geworfen. Wenn das gelingt, hat unsere Projektwoche ihr Ziel mehr als erreicht.

Anja Schulte-Hilburg