Wenn die Wasserpistolen klick-klack geladen werden, ist Pause an der katholischen Grundschule Hachen in Sundern. Kein gewöhnliches Verschnaufen, sondern der Höhepunkt des Schultags. Mitten in der Hitzewelle hat die Schule eine ungewöhnliche, wirkungsvolle Antwort auf die Temperaturen gefunden – nasse Kleidung inklusive.
Seit Mittwoch dieser Woche ist der Unterricht in Hachen mehr als anstrengend: Bereits um 9.30 Uhr klettern die Temperaturen in den unteren Klassenräumen auf 26 bis 30 Grad, in den oberen Etagen sogar auf 32 Grad. Die Schule reagierte. Bis einschließlich Freitag gilt Hitzefrei nach der vierten Stunde. „Wir haben uns mit den Sunderner Grundschulen abgesprochen”, erklärt Schulleiterin Anja Schulte-Hilburg.
Die Kinder dürfen bereits um 11.15 Uhr nach Hause, die Lehrkräfte bleiben aber vor Ort. „Teilweise helfen wir in der Betreuung bis 13 Uhr mit und konferieren in den Mittagsstunden”, so Schulte-Hilburg. Richtig turbulent wird es in den Pausen: Wer mag, darf seine Wasserpistole mitbringen und davon machen viele Schülerinnen und Schüler Gebrauch.
Es wird gespritzt und gelacht, selbst das Lehrerkollegium bleibt nicht trocken. „Ein riesen Spaß und eine willkommene Abkühlung”, sagt die Schulleiterin. Die Idee für die täglichen Wasserspritzpausen, seit Dienstag fester Bestandteil des Schulalltags, stammt von der Johannesschule Sundern. Klare Regeln sorgen dafür, dass der Spaß nicht ausufert: Mitspielen darf, wer eine Wasserpistole besitzt. Im Gebäude und unter dem Pausenhallendach herrscht Spritzverbot und Wechselkleidung haben die Kinder vorsorglich dabei. Die Eltern wurden vorab informiert.
Auch jenseits der Wasserschlachten zeigt sich Erfindungsreichtum: Im Outdoor-Sportunterricht treten die Klassen zu Schwammstaffeln an, eine Klasse zog am Donnerstag sogar mit einem Förster in den Sunderner Wald. Und selbst das Schulleitungsteam ließ sich den nassen Spaß nicht entgehen, kein Fitzel blieb trocken.
Und auf einmal wissen die Kinder die derzeit ungewöhnliche Infrastruktur der Schule zu schätzen. „Jetzt finden wir sogar unsere Container-WCs hilfreich. Hier können wir blitzschnell Wasser laden”, verrät eine Schülerin.
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